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Rheuma-Liga informiert über die Verordnung von Heilmitteln

Bereits am 1. Januar 2021 ist eine überarbeitete Version der Heilmittel-Richtlinie in Kraft getreten. Mit dieser Richtlinie sollte die Verordnung von Heilmitteln für Ärzte wie Patienten vereinfacht werden. In der Praxis ergaben sich jedoch im Laufe des Jahres Schwierigkeiten, besonders bei der Verordnung langfristig benötigter Heilmittel. Das hat die Deutsche Rheuma-Liga zum Anlass genommen, das Merkblatt „Heilmittelverordnung“ als Unterstützung für Rheumabetroffene zu veröffentlichen.

„Mit dem Merkblatt möchten wir Rheumabetroffene umfassend informieren, damit sie wissen, welche Heilmittel ihnen bei ihrem Krankheitsbild zustehen und in welchem Umfang“, erklärt Dr. med. Matthias Schmidt-Ohlemann, Rheumatologe, Facharzt für Orthopädie und Mitglied im Vorstand der Deutschen Rheuma-Liga. „Das Merkblatt enthält auch weiterführende Informationen, die für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte nützlich sind.“

Rheumabetroffene brauchen Heilmittel

Rheumabetroffene sind häufig auf Heilmittel wie Physiotherapie und Ergotherapie, angewiesen, um ein möglichst selbstständiges und schmerzfreies Leben zu führen. Die Rheuma-Liga begrüßte daher die Einführung der aktualisierten Version der Heilmittel-Richtlinie, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen hat. Zum Beispiel, weil darin die Unterscheidung zwischen Erstverordnung, Zweitverordnung und Verordnung außerhalb des Regelfalls weggefallen ist, so dass Ärzte seitdem besser auf den Bedarf der Betroffenen eingehen können. Jedoch zeigte sich durch die Rückmeldungen von Rheumabetroffenen bald, dass sie in der Praxis oft vor zwei Problemen stehen. Die Ärztinnen und Ärzte verordnen nicht in ausreichender Menge, weil sie, überwiegend unbegründet, Angst vor einem Regress haben, und sie wissen vielfach nicht um die Möglichkeit, dass bei langfristigem oder besonderem Verordnungsbedarf bei bestimmten Diagnosen, die auf Listen erfasst sind, eine Verordnung direkt für zwölf Wochen ausgestellt werden kann. Für Patientinnen und Patienten heißt das unter anderem, dass sie immer wieder kurzfristig neue Verordnungen brauchen. „Das bedeutet mehr Aufwand und führt faktisch zu einer erhöhten Zuzahlung für diejenigen, die sowieso schon viele nicht verschreibungspflichtige Dinge aus eigener Tasche zahlen müssen“, so Dr. med. Matthias Schmidt-Ohlemann.

Gut zu wissen für Rheumabetroffene

Im neuen Merkblatt der Rheuma-Liga ist deshalb genau nachzulesen, was in der Richtlinie aufgeführt ist, zum Beispiel eine Liste verordnungsfähiger Heilmittel je nach Erkrankung (Heilmittelkatalog) und eine Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf. Nach wie vor ist auch die Vereinbarung zwischen dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu den besonderen Verordnungsbedarfen gültig. Damit können Ärzte zum Beispiel bei rheumatoider Arthritis Heilmittel für zwölf Wochen verordnen. Im Merkblatt ist erklärt, wie die Heilmittel verordnet werden und wann Rheumabetroffene länger Heilmittel bekommen. Das richtet sich nach ihrer Diagnose. Es sind aber auch Möglichkeiten aufgeführt, was Betroffene tun können, wenn ihre Diagnose nicht auf der Liste steht. Ebenso gibt es wertvolle Hinweise für die Ärzteschaft, zum Beispiel im Hinblick auf die ICD-10-GM-Codes und -Diagnosegruppen, die sie auf der Verordnung vollständig angeben müssen. Nur so lassen sich diese Verordnungskosten aus dem Heilmittel-Volumen der Ärztin oder des Arztes herausrechnen. „Wir hoffen, Rheumabetroffenen mit dem Merkblatt bei ihren Problemen in der Praxis weiterhelfen zu können“, sagt Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann.

Merkblatt Heilmittelverordnung zum Download